Der Frühling verwandelt die Münchner Märkte in ein duftendes Paradies, wenn der Bärlauch seine Saison hat. Auf dem legendären Viktualienmarkt locken die Stände mit frisch zubereiteter Bärlauchbutter, die Einheimische und Touristen gleichermaßen begeistert. Diese aromatische Kräuterbutter verbindet die wilde Kraft des Waldes mit der kulinarischen Raffinesse bayerischer Marktkultur. Wer einmal diese intensive, knoblauchartige Note probiert hat, möchte sie nicht mehr missen.
Die gute Nachricht: diese Delikatesse lässt sich mit wenigen Handgriffen zu Hause nachbereiten. Während die Markthändler ihre Geheimrezepte hüten, haben wir eine Variante entwickelt, die dem Original verblüffend nahekommt. Das Besondere liegt in der Balance zwischen frischer Butter, aromatischen Kräutern und einer Prise Salz, die alle Aromen perfekt zur Geltung bringt. Diese selbstgemachte Bärlauchbutter eignet sich hervorragend als Brotaufstrich, zum Verfeinern von Pasta oder als Topping für gegrilltes Fleisch.
In dieser detaillierten Anleitung zeigen wir Schritt für Schritt, wie die perfekte Bärlauchbutter gelingt. Selbst Küchenneulinge werden überrascht sein, wie unkompliziert diese Spezialität herzustellen ist.
- Intensive Aromen durch frische Zutaten
- Haltbarkeit von mehreren Wochen im Kühlschrank
- Vielseitige Verwendungsmöglichkeiten
- Authentischer Geschmack wie vom Viktualienmarkt
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Butter vorbereiten
Die Butter sollte zimmerwarm sein, damit sie sich leicht verarbeiten lässt. Nehmen Sie die Butter mindestens eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank. Zimmerwarm bedeutet, dass die Butter weich ist, aber nicht geschmolzen. Schneiden Sie die Butter in kleine Würfel von etwa zwei Zentimetern Kantenlänge. Diese kleinen Stücke lassen sich später besser mit den anderen Zutaten vermischen. Geben Sie die Butterwürfel in eine große Schüssel und lassen Sie sie weitere zehn Minuten bei Raumtemperatur stehen, bis sie eine streichfähige Konsistenz erreicht hat.
2. Kräuter zerkleinern
Der getrocknete Bärlauch muss sehr fein zerkleinert werden, damit sich sein Aroma optimal entfalten kann. Geben Sie den getrockneten Bärlauch in eine Küchenmaschine oder einen Mörser. Zerkleinern Sie die Kräuter etwa 30 Sekunden lang, bis eine feine, pulverige Konsistenz entsteht. Falls Sie keinen Mixer haben, können Sie die Kräuter auch in einem verschließbaren Beutel mit einem Nudelholz zerdrücken. Die getrocknete Petersilie wird genauso behandelt. Je feiner die Kräuter gemahlen sind, desto gleichmäßiger verteilt sich später der Geschmack in der Butter.
3. Gewürze mischen
In einer kleinen Schüssel vermischen Sie nun das Meersalz mit dem schwarzen Pfeffer und dem Knoblauchpulver. Diese Gewürzmischung verstärkt das natürliche Aroma des Bärlauchs, ohne es zu überdecken. Verwenden Sie am besten frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer, da dieser deutlich aromatischer ist als fertig gemahlener. Das Meersalz bringt eine mineralische Note mit sich, die perfekt zur erdigen Würze des Bärlauchs passt. Rühren Sie die Gewürze mit einem kleinen Löffel gut durch, damit sie sich gleichmäßig verteilen.
4. Butter aufschlagen
Nehmen Sie die weiche Butter und schlagen Sie sie mit einer Gabel oder einem Handrührgerät etwa zwei Minuten lang cremig. Dieser Schritt ist wichtig, damit die Butter eine luftige Konsistenz bekommt. Die Butter sollte nun heller aussehen und deutlich voluminöser sein als zuvor. Aufschlagen bedeutet, Luft in die Butter einzuarbeiten, wodurch sie leichter und geschmeidiger wird. Bei Verwendung eines Handrührgeräts stellen Sie die mittlere Stufe ein. Achten Sie darauf, dass die Butter nicht zu warm wird, sonst verliert sie ihre Struktur.
5. Zutaten vereinen
Geben Sie nun die zerkleinerten Kräuter, die Gewürzmischung und den Zitronensaft zur aufgeschlagenen Butter. Der Zitronensaft bringt eine frische Säure mit sich, die das intensive Bärlauch-Aroma ausbalanciert. Vermengen Sie alle Zutaten mit einem Teigschaber oder einer Gabel gründlich miteinander. Arbeiten Sie dabei von unten nach oben, damit sich die Kräuter gleichmäßig in der gesamten Buttermasse verteilen. Dieser Vorgang dauert etwa drei bis vier Minuten. Die Butter sollte nun eine einheitlich grüne Farbe haben, ohne sichtbare Butterstreifen oder Kräuterklumpen.
6. Butter formen
Für die authentische Viktualienmarkt-Optik können Sie die Bärlauchbutter nun in Form bringen. Legen Sie ein Stück Backpapier oder Frischhaltefolie auf die Arbeitsfläche. Geben Sie die Kräuterbutter in die Mitte und formen Sie mit den Händen eine Rolle von etwa vier Zentimetern Durchmesser. Alternativ können Sie die Butter auch in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen und dekorative Rosetten auf Backpapier spritzen. Wickeln Sie die Butterrolle fest ein und drehen Sie die Enden wie bei einem Bonbon zu. Diese Technik sorgt für eine kompakte, gleichmäßige Form.
7. Kühlen und reifen lassen
Legen Sie die geformte Bärlauchbutter für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank. Während dieser Zeit verbinden sich alle Aromen miteinander und die Butter wird schnittfest. Idealerweise lassen Sie die Butter sogar über Nacht im Kühlschrank reifen. Je länger die Reifezeit, desto intensiver wird der Geschmack. Die Butter nimmt während dieser Zeit eine feste Konsistenz an, lässt sich aber dennoch gut schneiden oder portionieren. Nach dem Kühlen können Sie die Folie entfernen und die Butterrolle in gleichmäßige Scheiben von etwa einem Zentimeter Dicke schneiden.
Tipp vom Chefkoch
Für eine noch intensivere Note können Sie einen Teelöffel getrockneten Schnittlauch hinzufügen. Die Bärlauchbutter lässt sich hervorragend portionsweise einfrieren: wickeln Sie einzelne Scheiben in Backpapier und bewahren Sie sie in einem Gefrierbeutel auf. So haben Sie immer eine Portion griffbereit. Wenn Sie frischen Bärlauch verwenden möchten, benötigen Sie etwa 80 Gramm, den Sie vorher blanchieren und gut ausdrücken sollten. Ein Profi-Tipp vom Viktualienmarkt: geben Sie eine Prise Muskatnuss hinzu, das unterstreicht die würzige Note perfekt. Die Butter schmeckt am besten, wenn Sie sie etwa zehn Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen, damit sie ihr volles Aroma entfalten kann.
Passende Getränke zur Bärlauchbutter
Zur Bärlauchbutter passt hervorragend ein trockener Weißwein aus Franken, beispielsweise ein Silvaner oder Müller-Thurgau. Die mineralischen Noten dieser Weine harmonieren perfekt mit der erdigen Würze des Bärlauchs. Wer es alkoholfrei mag, greift zu einem gespritzten Apfelsaft oder einem Holunderblütensirup mit Mineralwasser. Auch ein helles Weißbier nach bayerischer Tradition bildet eine ausgezeichnete Kombination, besonders wenn die Bärlauchbutter auf frischem Bauernbrot serviert wird. Die leichte Hopfennote des Bieres unterstreicht die Kräuteraromen. Ein weiterer Klassiker ist ein Riesling aus der Pfalz, dessen fruchtige Säure einen schönen Kontrast zur cremigen Butter bildet.
Zusätzliche Info
Die Geschichte des Bärlauchs reicht weit zurück: bereits die Kelten und Germanen schätzten die wilde Pflanze wegen ihrer heilenden Eigenschaften. Auf dem Münchner Viktualienmarkt hat die Bärlauchbutter eine besondere Tradition, die bis in die 1970er Jahre zurückreicht, als findige Markthändler begannen, die Wildpflanze zu kultivieren. Der Name Bärlauch stammt vermutlich daher, dass Bären nach dem Winterschlaf diese Pflanze fressen, um wieder zu Kräften zu kommen. In der Naturheilkunde wird Bärlauch seit Jahrhunderten zur Blutreinigung eingesetzt. Die Pflanze wächst vor allem in schattigen Laubwäldern und verströmt während der Blütezeit zwischen März und Mai einen intensiven Knoblauchduft.
| Nährstoff | Menge pro 100g |
|---|---|
| Vitamin C | 150 mg |
| Eisen | 2,9 mg |
| Magnesium | 22 mg |



