Osterzopf backen, der gelingt: Schwäbische Bäckerin verrät ihren Trick

Osterzopf backen, der gelingt: Schwäbische Bäckerin verrät ihren Trick

Der Osterzopf gehört zu den traditionellen Backwaren, die in vielen Regionen Deutschlands zur Osterzeit auf dem Frühstückstisch nicht fehlen dürfen. Besonders in Schwaben hat dieses geflochtene Hefegebäck eine lange Tradition. Eine erfahrene Bäckerin aus der Region verrät nun ihren bewährten Trick, mit dem der Osterzopf garantiert gelingt und besonders luftig und saftig wird. Die Herausforderung bei diesem Gebäck liegt oft in der richtigen Konsistenz des Teigs und der perfekten Flechttechnik. Mit den folgenden Schritten und wertvollen Hinweisen wird auch Anfängern ein professionelles Ergebnis gelingen. Der besondere Kniff der schwäbischen Bäckerin liegt in der Teigführung und einer speziellen Zutat, die den Zopf besonders geschmeidig macht.

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moyen

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1.

Die lauwarme Milch in eine Schüssel geben und die frische Hefe hineinbröckeln. Einen Teelöffel Zucker hinzufügen und alles gut verrühren, bis sich die Hefe vollständig aufgelöst hat. Diese Mischung etwa 10 Minuten an einem warmen Ort stehen lassen, bis sich Bläschen bilden. Dies ist der Vorteig, der dem Hefeteig später seine lockere Struktur verleiht.

2.

Das Mehl in eine große Schüssel sieben und in der Mitte eine Mulde formen. Den restlichen Zucker, das Salz, den Vanillezucker und die geriebene Zitronenschale am Rand verteilen. Die weiche Butter in kleinen Stücken hinzufügen. Ein Ei aufschlagen und in die Mulde geben, das zweite Ei beiseite stellen.

3.

Den Vorteig in die Mulde gießen und alle Zutaten mit den Knethaken der Küchenmaschine oder von Hand etwa 8 bis 10 Minuten zu einem glatten, elastischen Teig verarbeiten. Der Trick der schwäbischen Bäckerin: den Teig so lange kneten, bis er sich vollständig vom Schüsselrand löst und Blasen wirft. Dies ist das Zeichen für eine perfekte Glutenentwicklung.

4.

Die Rosinen unterkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und in die Schüssel legen. Mit einem feuchten Küchentuch abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort etwa 60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Ein warmer Ort kann die Nähe der Heizung oder der leicht vorgewärmte Backofen sein.

5.

Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche nochmals kurz durchkneten und in drei gleich schwere Teile teilen. Jedes Stück zu einem etwa 40 cm langen Strang rollen. Die drei Stränge nebeneinander legen und an einem Ende zusammendrücken.

6.

Nun die drei Stränge zu einem Zopf flechten: den rechten Strang über den mittleren legen, dann den linken über den neuen mittleren, und so weiter bis zum Ende. Die Enden fest zusammendrücken und unter den Zopf schieben. Den geflochtenen Zopf vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.

7.

Das zweite Ei verquirlen und den Zopf damit großzügig bestreichen. Mit einem Küchentuch locker abdecken und weitere 30 Minuten gehen lassen. Der Zopf sollte nochmals deutlich an Volumen zunehmen.

8.

Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Zopf nochmals vorsichtig mit Ei bestreichen und mit Hagelzucker sowie Mandelstiften bestreuen. Auf der mittleren Schiene etwa 30 bis 35 Minuten backen, bis der Zopf goldbraun ist. Falls er zu dunkel wird, mit Alufolie abdecken.

9.

Den fertigen Osterzopf aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Erst nach dem Abkühlen entwickelt sich die typische weiche Krume vollständig.

Sanne

Tipp vom Chefkoch

Der entscheidende Trick der schwäbischen Bäckerin liegt im ausgiebigen Kneten des Teigs. Mindestens 8 bis 10 Minuten sind notwendig, damit sich das Gluten optimal entwickelt und der Zopf seine luftige Struktur erhält. Ein weiterer Tipp: die Rosinen vorher in warmem Wasser einweichen und gut abtropfen lassen, so werden sie besonders saftig und der Teig trocknet nicht aus. Wer möchte, kann auch etwas Rum zum Einweichen verwenden. Die Temperatur beim Gehen ist ebenfalls wichtig: idealerweise sollte der Teig bei etwa 28 bis 30 Grad ruhen. Ein zu kalter Raum verzögert das Aufgehen, ein zu warmer lässt die Hefe zu schnell arbeiten.

Passende Getränke zum Osterzopf

Zum Osterzopf passt traditionell eine Tasse frisch gebrühter Kaffee oder ein milder Schwarztee. Besonders harmonisch ist auch ein Cappuccino oder Milchkaffee, dessen cremige Note die Butter im Gebäck unterstreicht. Für Kinder eignet sich warme Schokolade oder ein Glas frische Milch. Wer es erfrischend mag, kann auch einen Früchtetee oder Kräutertee reichen. In Schwaben wird der Osterzopf gerne auch mit einem Glas frisch gepresstem Orangensaft serviert.

Zusätzliche Info

Der Osterzopf hat seine Wurzeln in der christlichen Tradition und symbolisiert durch seine geflochtene Form die Dreifaltigkeit. Ursprünglich wurde er nur zu Ostern gebacken, heute findet man ihn in vielen Bäckereien das ganze Jahr über. In Schwaben gehört der Hefezopf fest zur Osterkultur und wird oft am Karsamstag gebacken, um am Ostersonntag frisch auf dem Frühstückstisch zu stehen. Die Tradition des Zopfbackens wurde früher von Generation zu Generation weitergegeben, wobei jede Familie ihre eigenen kleinen Geheimnisse hatte. Manche Bäcker fügen dem Teig auch Mandeln, Marzipan oder kandierte Früchte hinzu. Der Hagelzucker auf der Oberfläche sorgt nicht nur für eine schöne Optik, sondern auch für einen angenehmen Knuspereffekt.

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